Lwiw: Ein Archiv, neun Jahrhunderte

20. Oktober 2026

Von mittelalterlichen Urkunden bis zu Dokumenten der Gegenwart: Mehr als 1,12 Millionen Akten bewahrt das Zentrale Staatliche Historische Archiv der Ukraine in Lwiw, dessen Bestände bis ins frühe 12. Jahrhundert zurückreichen. Das Archiv steht am 23. Oktober 2026 im Mittelpunkt des fünften Webinars der >>Reihe „Ukraine’s Archival Landscape: Remote Access and Research Opportunities“.

Das 1784 gegründete Archiv ist auch als Bernhardinerarchiv bekannt. Ein Teil seiner Bestände befindet sich im ehemaligen Bernhardinerkloster aus dem frühen 17. Jahrhundert, das zum UNESCO-Welterbe in der historischen Altstadt von Lwiw gehört.

Zu den besonders wertvollen Sammlungen gehört der vollständig digitalisierte Bestand mittelalterlicher Pergamenturkunden (Fond 131). Er umfasst unter anderem Dokumente aus dem frühen 12. Jahrhundert, internationale Verträge, päpstliche Bullen und Privilegien verschiedener Herrscher. Über die digitale >>Archivplattform ARCHIUM sind diese Quellen auch aus der Ferne zugänglich.

Gemeinsam mit Olesia Stefanyk, Leiterin des >>Zentralen Staatlichen Historischen Archivs der Ukraine in Lwiw, erkunden die Teilnehmenden die Geschichte und die Bestände des Archivs. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung, den Online-Recherchemöglichkeiten und der Frage, wie das Archiv seine Arbeit und den Schutz seiner historischen Dokumente unter den Bedingungen des russischen Angriffskrieges fortsetzt.

Moderiert wird das Webinar von Dr. Clare Griffin, Historikerin an der Indiana University Bloomington, deren Forschung sich unter anderem mit der Geschichte der Medizin und der Kosaken-Hetmanatszeit beschäftigt.

Webinar 5

Freitag, 23. Oktober 2026
16:00 Uhr Kyjiw / 15:00 Uhr Berlin
Online via Zoom
Ukrainisch und Englisch mit Simultanverdolmetschung
Die Teilnahme ist kostenlos und steht allen Interessierten offen.

>>Weitere Informationen und Anmeldung

Rückblick auf Webinar 4: Das audiovisuelle Gedächtnis der Ukraine

Wie lassen sich historische Filmaufnahmen, Fotografien, Tondokumente und elektronische Unterlagen für die Erforschung der ukrainischen Geschichte nutzen? Dieser Frage widmete sich das vierte Webinar der Reihe am 9. Oktober 2026.

Im Mittelpunkt stand das >>Zentrale Staatliche Audiovisuelle und Elektronische Archiv der Ukraine. Seine Leiterin, Dr. Tetiana Yemelianova, stellte die vielfältigen Bestände des Archivs und ihre Bedeutung als Quellen für die politische, gesellschaftliche und kulturelle Geschichte der Ukraine vor.

Eine besondere Rolle spielte dabei die aktuelle Arbeit des Archivs: Neben der Bewahrung historischer Film-, Foto- und Tonaufnahmen dokumentiert es auch den russischen Angriffskrieg und erweitert seine Sammlungen um neue audiovisuelle Zeugnisse.

Ein weiterer Schwerpunkt galt den digitalen Angeboten des Archivs.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Susanne Strätling, Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Leiterin des Arbeitsbereichs Kultur am >>Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin.

Materialien zu Webinar 4

 

Über die Webinarreihe

Die >>Webinarreihe „Ukraine’s Archival Landscape: Remote Access and Research Opportunities“ stellt zentrale ukrainische Archive, ihre Bestände und digitale Recherchemöglichkeiten einem internationalen Publikum vor. Zugleich vermittelt sie Einblicke in die Arbeit ukrainischer Archive unter den Bedingungen des anhaltenden Krieges.

Die Reihe wird vom Ukraine Art Aid Center e.V. in Partnerschaft mit der Freien Universität Berlin, dem KIU – Kompetenzverbund Interdisziplinäre Ukrainestudien und dem Staatlichen Archivdienst der Ukraine organisiert. Sie ist Teil des Lysiak-Rudnytsky Ukrainian Studies Programme des Ukrainian Institute.

Bildnachweis: Zentrales Staatliches Historisches Archiv der Ukraine in Lwiw

 


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