Kulturerbe im Visier: Kyjiw. Charkiw. Dnipro.

15. Juni 2026

Während die Ukraine erneut schwere Angriffe erlebt, setzen wir unsere Arbeit fort.

Die andauernden Angriffe verursachen nicht nur immenses Leid für die Zivilbevölkerung, sondern zerstören und beschädigen auch das kulturelle Erbe des Landes. Jede Attacke trifft Menschen, Gemeinschaften, Erinnerungen und Identität. Kein Verlust ist unbedeutend, und kein Schmerz lässt sich gegen einen anderen aufwiegen. Immer wieder geraten Kulturinstitutionen, Sammlungen und historische Bauwerke ins Visier. Die Folgen für das kulturelle Erbe und die Identität des Landes sind gravierend. Unsere Solidarität mit den ukrainischen Kolleginnen und Kollegen bleibt ungebrochen. Wir stehen in ständigem Kontakt mit unseren Partnern in der Ukraine – direkt mit betroffenen Einrichtungen, über persönliche Kontakte und über unseren Hub in Kyjiw.

In der vergangenen Nacht wurden >> mehrere Kultureinrichtungen in Kyjiw und Dnipro durch russische Angriffe beschädigt. Betroffen sind unter anderem die Mariä-Entschlafens-Kathedrale der Kyjiw-Petschersk-Lawra, ein UNESCO-Welterbe, dessen Anfänge auf das 11. Jahrhundert zurückgehen, das Mystezkyj Arsenal, das Karpenko-Karyj-Institut für Film- und Medienkunst, das Museum für Buch- und Druckkunst der Ukraine, die Oleksandr-Dowschenko-Filmstudios sowie das Haus für Orgel- und Kammermusik in Dnipro. Mit den Kolleginnen und Kollegen in Kyjiw und Dnipro stehen wir in direktem Kontakt, während das Ausmaß der Schäden weiterhin erfasst wird.

Wie wichtig schnelle und bedarfsgerechte Unterstützung ist, zeigt sich auch in Charkiw. Erst vor wenigen Wochen hat unser Hub in Kyjiw Nothilfe an mehr als 20 Kultureinrichtungen in der Stadt und der umliegenden Region geliefert. >> Am 14. Juni wurde eine dieser Einrichtungen schwer getroffen: das Charkiwer Kunstmuseum, eines der bedeutendsten Museen der Ukraine. Die Sammlung des Museums umfasst mehr als 25.000 Werke der Malerei, Grafik, Skulptur und des Kunsthandwerks. Nach öffentlich zugänglichen Informationen konnten >> die wertvollsten Teile der Sammlung bereits 2022 in Sicherheit gebracht werden. Das Museum hat bereits Zugang zu einem Teil der Notfallmaterialien, die wir im Mai bereitgestellt haben. Gleichzeitig stehen wir in engem Austausch mit dem Team vor Ort, um weitere Bedarfe zu ermitteln und zusätzliche Unterstützung zu koordinieren.

Der Bedarf bleibt hoch. Besonders dringend werden Luftentfeuchter und Geräte zur Wasserabsaugung benötigt. Nach Löscharbeiten helfen sie dabei, historische Gebäude und gerettete Sammlungen vor Feuchtigkeitsschäden zu schützen. Ebenso wichtig sind hochwertige Verpackungsmaterialien, Notfallausrüstung wie Werkzeuge, Baufolien und OSB-Platten, mobile Ladestationen sowie Büro- und Kommunikationstechnik. Diese Materialien ermöglichen es den Fachkräften vor Ort, Schäden zu dokumentieren, arbeitsfähig zu bleiben und gefährdete Bestände zu sichern.

Unser besonderer Dank gilt allen, die diese Arbeit ermöglichen – durch >> finanzielle Unterstützung, >> Sachspenden, fachliche Expertise oder gelebte Solidarität. Dank Ihrer Hilfe können wir schnell handeln, gezielt unterstützen und ein verlässlicher Partner für unsere Kolleginnen und Kollegen vor Ort bleiben.

Bildnachweis: Die Mariä-Entschlafens-Kathedrale der Kyjiw-Petschersk-Lawra nach einem russischen Angriff auf Kyjiw am 15. Juni 2026. Foto: Tetiana Bereschna, Kulturministerin der Ukraine / Instagram.


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