Museumssammlungen im Exil

12. Mai 2026

Seit Beginn der russischen Vollinvasion stehen Museen in der Region Donezk unter enormem Druck: Beschuss, Besatzung, Evakuierungen und der Verlust von Beständen prägen ihren Alltag. Seit 2022 hat das UAAC mehr als 20 Museen unterstützt, die in von der Ukraine kontrollierten Gebieten arbeiten.

Die Rettung von Museumssammlungen bedeutet weit mehr, als Objekte in Kartons zu verpacken. Papier, Holz, Leder oder Textilien benötigen jeweils unterschiedliche Bedingungen für Transport und Lagerung. Ohne geeignetes Verpackungs- und Konservierungsmaterial können Kulturgüter selbst während einer Evakuierung beschädigt werden. Das UAAC stellt den Museen deshalb Materialien für Verpackung, Konservierung und sichere Aufbewahrung sowie weitere dringend benötigte Hilfsmittel zur Verfügung.

Zu den Museen, die durch russische Angriffe beschädigt wurden, gehören das Mariupoler Heimatmuseum, das Kuindzhi-Zentrum für zeitgenössische Kunst und Kultur, das Historisch-Künstlerische Museum Druzhkiwka sowie das Regionalmuseum Donezk. >> Nach Angaben des ukrainischen Kulturministeriums wurden bis April 2026 bereits 195 Kulturdenkmäler in der Region Donezk beschädigt oder zerstört. In Städten wie Bachmut, Lyman, Torezk, Tschassiw Jar oder Pokrowsk gibt es keine Museen mehr.

Trotz allem setzen viele der evakuierten Museen ihre Arbeit fort. Mit Ausstellungen, Bildungsprogrammen, Community-Projekten und digitalen Archiven bewahren sie die Geschichten und Identitäten von Orten, in die viele Menschen nicht mehr zurückkehren können. Ein Beispiel dafür ist das Mariupoler Heimatmuseum, das 2025 >> einen digitalen Katalog seiner Sammlung veröffentlicht hat.

Seit mehr als zehn Jahren leben die Krim, Donezk, Luhansk und andere Teile der Ostukraine unter den Folgen von Besatzung und Krieg. Gemeinsam mit ukrainischen Kulturinstitutionen setzt sich das UAAC dafür ein, Erinnerung, Identität und das kulturelle Erbe dieser Regionen zu bewahren.

Bildnachweis: Iryna Nikiforova, UAAC-Kyjiw.


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