Gemalte Gebete: Synagogenmalereien aus der Bukowyna

2. November 2026

Drei historische Synagogen in der ukrainischen Bukowyna wurden mit Unterstützung des Ukraine Art Aid Centers e.V (UAAC) digital dokumentiert. Die Ergebnisse sind nun Teil der deutsch-ukrainischen Wanderausstellung >>Gemalte Gebete, die zuletzt in Kyjiw zu sehen war.

Vom 8. September bis zum 10. Oktober 2026 wurde die Ausstellung an der >>Nationalen Akademie der Künste der Ukraine in Kyjiw präsentiert. Nach dem Auftakt in Köln und parallel zur Ausstellung in Düsseldorf begann damit auch die ukrainische Ausstellungstour.

Die Ausstellung basiert auf den langjährigen Forschungen des Kunsthistorikers Prof. Eugeny Kotlyar und widmet sich einer heute nur noch in Teilen erhaltenen Kunsttradition. Viele Synagogen der Bukowyna wurden während des Holocaust zerstört oder später zweckentfremdet. Nur wenige ihrer einst reich ausgemalten Innenräume sind erhalten geblieben.

Drei Synagogen digital bewahrt

Im Rahmen des vom UAAC unterstützten Projekts dokumentierten Fachleute des ukrainischen Unternehmens >>Skeiron in den Jahren 2024 und 2025 in Zusammenarbeit mit dem Architekturinstitut der >>Hochschule Mainz drei historische Synagogen: Beit Tfila Benjamin und die ehemalige Groise Shil in Tscherniwzi sowie die Große Synagoge in Nowoselyzja.

Mittels 3D-Laserscanning wurden die Architektur und die erhaltenen Wand- und Deckenmalereien erfasst. Besonders eindrucksvoll sind die Malereien in >>Nowoselyzja: Ein Blumenstrauß an der Decke ist von zwölf Medaillons mit Darstellungen zum 150. Psalm umgeben. Die digitalen Modelle machen solche Details auch aus der Ferne zugänglich und bieten eine wichtige Grundlage für die weitere Erforschung, Konservierung und mögliche Restaurierung der Synagogen.

>>Die 3D-Modelle der Synagogen ansehen

Forschung und Kunst in der Ausstellung

„Gemalte Gebete“ verbindet historische und aktuelle Fotografien, Rekonstruktionszeichnungen, künstlerische Interpretationen und digitale 3D-Modelle. Auch Studierende der >>Staatlichen Akademie für Design und Kunst in Charkiw haben sich mit den historischen Malereien auseinandergesetzt und sie künstlerisch neu interpretiert.

So vermittelt die Ausstellung einen Einblick in die reiche jüdische Kunst- und Kulturgeschichte der Bukowyna und zeigt zugleich, wie ukrainische und deutsche Fachleute gemeinsam an ihrer Bewahrung arbeiten.

An der Ausstellung sind neben Prof. Eugeny Kotlyar unter anderem folgende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beteiligt: Prof. Dr. Aleksandra Lipińska von der >>Universität zu Köln, Prof. Dr. Stephan Hoppe von der >>Ludwig-Maximilians-Universität München, Dr. Mykola Kuschnir vom >>Museum für die Geschichte und Kultur der bukowynischen Juden, Dr. Jan Lutteroth von der Hochschule Mainz und Dr. Andreas Pfützner von der Universität zu Köln.

Weiterführende Links

 

Bildnachweis: Nationale Akademie der Künste der Ukraine

 


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