Das audiovisuelle Gedächtnis der Ukraine

6. Oktober 2026

Das audiovisuelle Gedächtnis der Ukraine steht am 9. Oktober 2026 im Mittelpunkt des vierten Webinars der >>Webinarreihe „Ukraine’s Archival Landscape: Remote Access and Research Opportunities“, die vom Ukraine Art Aid Center e.V. in Partnerschaft mit der Freien Universität Berlin, dem KIU – Kompetenzverbund Interdisziplinäre Ukrainestudien und dem Staatlichen Archivdienst der Ukraine organisiert wird.

Dabei richtet sich der Blick auf das >>Zentrale Staatliche Audiovisuelle und Elektronische Archiv der Ukraine. Gemeinsam mit dessen Leiterin Dr. Tetiana Yemelianova geht es um ein ganz anderes Spektrum historischer Quellen: von Film- und Fotoaufnahmen über Tondokumente bis hin zu elektronischen Unterlagen. Das Webinar zeigt, wie das audiovisuelle Erbe der Ukraine bewahrt und erschlossen wird, wie das Archiv den laufenden russischen Angriffskrieg dokumentiert und welche Möglichkeiten Forschende haben, seine Bestände digital und aus der Ferne zu entdecken.

Moderiert wird die Veranstaltung von Prof. Dr. Susanne Strätling, Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Leiterin des Arbeitsbereichs Kultur am >>Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin.

Webinar 4

Freitag, 9. Oktober 2026
16:00 Uhr Kyjiw / 15:00 Uhr Berlin
Online via Zoom
Ukrainisch und Englisch mit Simultanverdolmetschung
Die Teilnahme ist kostenlos und steht allen Interessierten offen.

>>Für Webinar 4 anmelden

Rückblick auf Webinar 3: Archive der Staatlichkeit

Am 25. September 2026 führte das dritte Webinar der Reihe in eines der bedeutendsten staatlichen Archive der Ukraine: das >>Zentrale Staatsarchiv der obersten Macht- und Verwaltungsorgane der Ukraine.

Mehr als zwei Millionen Akten – und über ein Jahrhundert ukrainischer Geschichte, geprägt vom Ringen um Staatlichkeit und Unabhängigkeit: Prof. Dr. Larysa Levchenko, Leiterin des Archivs, zeichnete dessen bemerkenswerte Geschichte nach. Sie reicht von Dokumenten der Ukrainischen Volksrepublik, die im Exil in Prag bewahrt wurden, über umfangreiche Bestände aus der Sowjetzeit bis hin zu den Dokumenten der unabhängigen Ukraine.

Heute bewahrt das Archiv mehr als 2,28 Millionen Akten in 3.445 Archivbeständen. Sie dokumentieren zentrale Kapitel der politischen und gesellschaftlichen Geschichte der Ukraine und machen die Entwicklung staatlicher Institutionen über unterschiedliche politische Systeme und historische Umbrüche hinweg nachvollziehbar.

Im Webinar ging es jedoch nicht nur darum, was das Archiv bewahrt, sondern auch darum, wie Forschende auf diese Materialien zugreifen können. Prof. Levchenko stellte die elektronischen Ressourcen des Archivs, digitale Findmittel und bereits digitalisierte Bestände vor und zeigte, welche Möglichkeiten bestehen, auch aus dem Ausland mit den Sammlungen zu arbeiten.

Bemerkenswert ist, dass die Bestände selbst unter den Bedingungen des russischen Angriffskrieges weiter wachsen. Allein zwischen 2022 und 2026 übernahm das Archiv mehr als 54.000 Akten ukrainischer Institutionen.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Robert Kindler, Professor für Osteuropäische Geschichte an der Freien Universität Berlin.

Materialien zu Webinar 3

Die Präsentation und begleitenden Materialien des dritten Webinars stehen kostenlos zur Verfügung:

 

Über die Webinarreihe

Die >>„Ukraine’s Archival Landscape: Remote Access and Research Opportunities“ stellt zentrale ukrainische Archive, ihre Bestände und digitale Recherchemöglichkeiten einem internationalen Publikum vor. Zugleich vermittelt die Webinarreihe Einblicke in die Arbeit ukrainischer Archive unter den Bedingungen des anhaltenden Krieges.

Die Webinarreihe wird vom Ukraine Art Aid Center e.V. in Partnerschaft mit der Freien Universität Berlin, dem KIU – Kompetenzverbund Interdisziplinäre Ukrainestudien und dem Staatlichen Archivdienst der Ukraine organisiert. Sie ist Teil des Lysiak-Rudnytsky Ukrainian Studies Programme des Ukrainian Institute.

Bildnachweis: Zentrales Staatliches Audiovisuelles und Elektronisches Archiv der Ukraine

 


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