Wissenschaftlich-praxisorientierter Workshop “Sicherung historischer Holzarchitektur in Kriegszeiten – Dokumentation, Erhaltung und Vermittlung”, Kolbuszowa (Polen), 17.–24. April 2026.
Historische Holzarchitektur und Holzobjekte stellen ein bedeutendes gemeinsames Kulturerbe vieler europäischer Länder dar. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die besondere Gefährdung dieses Erbes deutlich gemacht. Vor diesem Hintergrund wurde der Workshop „Safeguarding Historic Wooden Architecture in Times of War“ konzipiert, der wissenschaftliche und praktische Ansätze zur Dokumentation, Konservierung und Vermittlung dieses Kulturerbes miteinander verbindet.
Der Workshop brachte Fachleute aus der Ukraine, Polen und Deutschland im >> Museum für Volkskultur in Kolbuszowa zusammen. Ziel war es, den fachlichen Austausch zu fördern und zugleich konkrete Unterstützung für Museumsmitarbeitende und Denkmalpfleger:innen in der Ukraine unter den Bedingungen des Krieges zu leisten.
Im Rahmen von vier thematischen Schwerpunkten erarbeiteten die Teilnehmenden sowohl theoretisch als auch praxisorientiert:
- – digitale Technologien zur Dokumentation historischer Gebäude
- – handwerkliche Techniken der Restaurierung (Zimmerei)
- – Zustandsanalyse und Bewertung von Holzobjekten
- – museale und digitale Präsentation historischer Holzarchitektur.
Neben Fachvorträgen standen insbesondere praktische Übungen, Gruppenarbeit und der direkte Austausch von Erfahrungen im Mittelpunkt. Exkursionen und Besuche regionaler Einrichtungen ermöglichten zudem, die erarbeiteten Methoden im Kontext realer Objekte und Kulturlandschaften zu reflektieren.
Der Workshop wurde als unmittelbare Unterstützung für ukrainische Institutionen konzipiert und zugleich als Plattform für nachhaltige internationale Zusammenarbeit im Bereich Kulturerhalt.
Die Koordination lag bei Dr. Alexandra Lipińska und Dr. Katja Bernhardt. Gastgeber war das Muzeum Kultury Ludowej w Kolbuszowej unter Beteiligung des >> Klymentiy-Scheptyzkyj-Museum für Volksarchitektur und ländliches Leben. Die Organisation erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Ukraine Art Aid Center e.V., dem >> Nationalen Institut für Polnisches Kulturerbe im Ausland POLONIKA sowie dem >> Kunsthistorischen Institut der Universität zu Köln.
Die Durchführung wurde durch die Unterstützung der >> Ernst von Siemens Kunststiftung sowie der >> Podkarpackie Voivodeship ermöglicht.
Der Workshop unterstreicht die Bedeutung von Wissenstransfer, interdisziplinärer Zusammenarbeit und internationalem Austausch für den Schutz gefährdeter Kulturgüter — insbesondere unter den Bedingungen des Krieges.
Bildnachweis: Museum für Volkskultur in Kolbuszowa.