Bedrohtes Kulturerbe der Ukraine: Nothilfemaßnahmen des Ukraine Art Aid Center e.V. erreichen mehr als 1.000 gefährdete Kultureinrichtungen.
Rund 83 Tonnen an Hilfsgütern und Geräten hat das internationale Hilfsnetzwerk Ukraine Art Aid Center e.V. (UAAC) allein im vergangenen Jahr an 382 Kultureinrichtungen in 21 Regionen der Ukraine geliefert. Darunter sind Verpackungs- und Transportmaterialien, Geräte für den Brandschutz, zur Energiesicherung und Klimakontrolle, aber auch zur Digitalisierung der Bestände. Insgesamt hat das UAAC seit seiner Gründung im März 2022 bis Ende 2025 über 620 Tonnen an Hilfsgütern an mehr als 1.000 Einrichtungen in der Ukraine geschickt.
Kulturinstitutionen wie Museen und Bibliotheken, Theater- und Opernhäuser oder auch archäologische Stätten benötigen sie dringend, um ihre von Bomben- und Drohnenangriffen bedrohten Sammlungen oder Gebäude zu schützen, zu sichern oder auch verlagern zu können. Inzwischen sind viele Gebäude und Denkmäler in der Ukraine beschädigt, einige von ihnen auch zerstört. Dazu kommen Stromausfälle, Mangelwirtschaft, personelle Engpässe, die den Einrichtungen die Arbeit fast unmöglich machen. Deutlich wird, dass sich der russische Angriffskrieg gezielt auch gegen Kulturgüter und Kultureinrichtungen richtet, um die kulturelle Identität der Ukraine zu zerstören.
Die Maßnahmen des UAAC tragen dazu bei, gefährdete Bestände vor weiteren Schäden oder vollständigem Verlust zu schützen. Darüber hinaus helfen sie, die Handlungsfähigkeit kultureller Einrichtungen unter Kriegsbedingungen aufrechtzuerhalten. Von zentraler Bedeutung sind dabei große logistische Reichweite und eine bedarfsorientierte Verteilung der Hilfsgüter, die es dem UAAC ermöglichen sowohl breit als auch gezielt zu unterstützen. Dieser Ansatz hat sich als besonders effektiv erwiesen, da er schnelle Reaktionen auf akute Notsituationen mit der nachhaltigen Stabilisierung der unterstützten Einrichtungen verbindet. Auf diese Weise können nicht nur kurzfristige Bedarfe gedeckt, sondern es kann auch die strukturelle Resilienz der unterstützten Einrichtungen gestärkt werden.
Ermöglicht werden die Maßnahmen des UAAC, die inzwischen ein Gesamtfördervolumen von 10 Millionen Euro erreicht haben, durch die großzügige Unterstützung durch das Auswärtige Amt und Spenden namhafter Förderer. Dazu gehören die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (Winterthur), die Schweizerische Eidgenossenschaft (Bundesamt für Kultur, Bern), die Ernst von Siemens Kunststiftung (Berlin) und die International Alliance for the Protection of Heritage (ALIPH, Genf). Ergänzt werden diese Förderungen durch großzügige Sachspenden einer ganzen Reihe deutscher Unternehmen und Kultureinrichtungen.
Der UAAC e.V. (oder „Das UAAC“) hat sich inzwischen zur führenden Hilfsorganisation in diesem Bereich entwickelt. Gegründet wurde das Hilfsnetzwerk mit Sitz in Deutschland im März 2022, unmittelbar nach dem Beginn des russischen Großangriffs gegen die Ukraine. Mittlerweile verfügt das UAAC in Deutschland und der Ukraine über ein großes Netzwerk an Spezialistinnen und Spezialisten, von denen sich die meisten ehrenamtlich engagieren. Die Sammlung und Verteilung der Hilfsgüter erfolgt die Hubs in Berlin, Kyjiw und Lwiw und in Partnerschaft mit regionalen Institutionen, die eine zentrale Rolle bei der Bedarfsermittlung und der Feinverteilung der Hilfsgüter spielen. Dieses Zusammenspiel von professioneller Koordination und ehrenamtlichem Einsatz ist eine wesentliche Grundlage für den Erfolg des UAAC.
>> Jahresbericht 2025 des Ukraine Art Aid Center e.V.
Bericht zur internationalen Tagung in Kyjiw (April 2025): >> englische Fassung / >> ukrainische Fassung
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Bildnachweis: Lieferung von Hilfsmaterialien an den UAAC-Hub in Kyjiw, August 2025. © Viktoria Davydenko